Rice and Shine

Rice and Shine

Ein vietdeutscher Podcast mit Minh Thu Tran und Vanessa Vu

Nach Atlanta: Erschöpft, nicht exotisch

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Am 16. März hatte im US-Bundesstaat Georgia ein christlicher Fundamentalist acht Menschen erschossen. Sechs der Opfer waren ältere, eher prekär lebende Frauen aus Ostasien. In der Folge sprechen wir über die Anschläge, die lange Geschichte der Fetischisierung asiatischer Weiblichkeit, wie hartnäckige Klischees auch heute noch insbesondere asiatische Frauen weltweit sexualisierter Gewalt aussetzen (auch in Deutschland), und welche Wege es heraus gibt, sowohl auf persönlicher wie auch auf politischer Ebene.

Triggerwarnung: Wir werden Vorfälle schildern, die belastende Erinnerungen hervorheben können. Es werden auch sexistische und rassistische Sprüche und Schimpfwörter fallen, die wir wiedergeben, um uns kritisch mit ihnen auseinanderzusetzen.

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Kommentare

TaiFei
by TaiFei on
by Vitus Hoeltzenbein on 27. April 2021 Hallo, voller Abscheu höre und lese ich immer wieder von Sexismus gegenüber Asiatinnen. Durch Eure Kommentare wurde für mich die Wirkung auf Euch, hier lebende Frauen asiatischer Herkunft lebendig - danke dafür. Daraus verstehe ich auch euren Kommentar gegenüber der Satire von Gerhard Polt. Meine Sicht und Wahrnehmung ist dabei etwas anders (ich: Mann, Jahrgang 64). Als diese Satire vor über 40 Jahren ausgestrahlt wurde war die Zeit, in der das "Heiratsgeschäft" mit Frauen aus Asien populär wurde. Ich erlebte diese Satire so, dass Gerhard Polt zunächst so begann, dass er indiskutable, aber gängige Klischees verwendete, um dann über "seinen Neuerwerb" wie über ein Stück Ware zu sprechen und sie 1:1 wie einen abgerichteten Hunde behandelt. Diese Menschenverachtung, das Sexistische und daneben allgemein Menschenverachtende lässt einem den Atem stocken, meiner Ansicht nach hat es diesem Teil der Gesellschaft die kleinbürgerliche, meschenverachtende Fratze in einem Spiegel gegenübergestellt. Mir, damals als Jugendlichem, gefror jedenfalls das Blut in den Adern. Beste Grüße. @Vitus Hoeltzenbein Ihre Interpretation von Polts Mai-Ling-Sketch dürfte von vielen Menschen geteilt werden und die Darstellung ist auch durchaus realistisch. Ich kenne ähnliche Bsp. aus dem Freundeskreis meiner Frau. Allerdings bedient sie sich eben dennoch rassistischer Stereotypen und verkürzt die gesellschaftliche Situation grundlegend. Die Tatsache, dass solche Bsp. in der Realität ebenfalls existieren, ist ja durchaus gewünscht. Die Gesetzgebung für binationale Paare in Deutschland ermöglicht hier bis heute ein Machtgefälle, welches bei allen anderen Partnerschaften überwunden ist. Tatsächlich ist die Situation inzwischen sogar noch schlechter geworden. Gerade ausländische Ehepartner, mal von wenigen Privilegierten aus der EU und G6-Staaten abgesehen, werden bis heute diskriminiert und ihnen werden Rechte verweigert die alle anderen Ehepaare haben. Damit wird so eine Ausbeutung, wie im Sketch dargestellt, überhaupt erst ermöglicht. Sehr interessant wird ja dann oft die Diskussion, wenn man diesen Sachverhalt aufzeigt und eine Änderung der Gesetzgebung fordert. Das ließe sich sogar recht einfach gestalten. Man könnte ausländischen Partner in binationalen Ehen z.B. SOFORT ein dauerhaftes Bleiberecht zugestehen. Hier schlägt dann die gesellschaftliche Debatte sehr oft um. War der ausländische Partner zuvor, wie im Sketch das Opfer der „Umstände“, wird er plötzlich zum Täter. Denn ein sofortiges dauerhaftes Bleiberecht wird ja immer gerne mit der Begründung abgelehnt, dass dann der dt. Partner nur ausgenutzt werden würde und sich der ausländische Partner das Bleiberecht mit den sozialen Errungenschaften in DE erschleichen wolle. Sprich der ausländische Partner wird entweder zum Opfer oder zum Täter stilisiert, je nachdem, welchen gesellschaftlichen Focus man hier anwendet. In keiner anderen gesetzlich anerkannten Partnerschaft in DE findet der Begriff der Scheinehe Verwendung. Dieser ist ausschließlich den binationalen Ehen vorbehalten.
TaiFei
by TaiFei on
Wichtige Folge, die hier besprochenen Problematiken kommen in der Diskussion hier in DE tatsächlich zu kurz. Leider muss ich sagen, dass ihr hier teilweise etwas ungenau gearbeitet habt, vor allem, wenn es den Punkt „Fetischisieren“ betrifft. Das ist leider sehr ungenau und vermengt hier Begrifflichkeiten. Fetischisieren lassen sich per Definition nur unbelebte Objekte. Ein sexueller Fetisch richtet sich nur auf unbelebte Dinge eventuell noch Körperteile. Die Bevorzugung eines bestimmten Typs wird wissenschaftlich als sexuelle Präferenz bezeichnet. Die Herkunft von Präferenzen wie Fetischen ist bis heute nicht geklärt, jedoch sind diese i.d.R. bereits vor dem Erreichen der Pubertät angelegt. Womit ich zu eurer Bemerkung von TimeCode 41:50 komme. Natürlich gibt es eine Präferenz für Phänotypen, die besonders im asiatischen Raum vorkommen. Diese wird gerne als „Yellow Fever“ bezeichnet ist aber eigentlich eine Präferenz für Neoteny und die ist gar nicht so selten. Menschen mit starken Kennzeichen für Neoteny kommen nachweislich öfter in Ost- und Südostasien vor, als in allen anderen Teilen der Welt. Das betrifft sowohl Männer wie Frauen. Der Grund ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Dass ihr den Widerspruch in Eurer These nicht bemerkt, verwundert mich. Ihr akzeptiert zwar den Begriff der asiatisch-gelesenen Menschen, negiert den aber gleichzeitig, in dem ihr bei obigen Timecode jegliche phänotypischen Übereinstimmungen negiert und auf Diversität pocht. Das beides sich gar nicht ausschließt bemerkt ihr gar nicht. Auch euer Bsp. aus Kubricks Film „Full Metal Jacket“ läuft imho völlig ins Leere. Die vorgespielte Szene. ist überhaupt nicht das Problem des Films. Hier wird eine Prosituierte gezeigt, die sich anpreist. Das funktioniert i.d.R. auf diese oder ähnliche Art und Weise und ist ein realistisches Abbild. Problematisch ist der Film eher dadurch, dass die Vietnamesinnen in dem Film halt NUR als Prostituierte oder als hinterhältiger Heckenschütze in Erscheinung treten. Der Film bedient also die Klischees von Lotosblüte und Drachenlady. Das gleiche Problem sehe ich in eurer Folge bei der Einbeziehung der Pornographie. Nun ist die japanische Porno-Industrie eine der Größten weltweit und reproduziert die, hier zurecht problematisierten Bilder, selber fortwährend und in Massen. Die japanische Porno-Industrie arbeitet aber grundsätzlich nicht für das westliche Ausland, sondern fast ausschließlich für den einheimischen Markt, in Abstrichen auf für die asiatischen Staaten der näheren Umgebung mit regideren Zensurbestimmungen. Die Darstellung der dort gezeigten Asiatinnen, welche dem westlichen Klischee sehr ähneln, sich also eher dadurch geprägt, dass die japanische Gesellschaft bis heute sehr patriarchal ist, was für viele Länder in GANZ Asien zutrifft, wenn auch mit qualitativ großen Nuancen. Zum Schluss noch eine Bemerkung. Selbstverständlich gibt es auch zu afrikanischen Frauen ähnliche sexuelle Typisierungen und auch diese beruhen auf kolonialer Ausbeutung. Ich darf in dem Zusammenhang auf die Mischehendebatte im Reichstag von 1912 verweisen. Ich verabschiede mich als ein, inzwischen alter, weißer Mann der seit fast 20 Jahren in einer binationalen Beziehung mit einer Thai lebt.
Vitus Hoeltzenbein
by Vitus Hoeltzenbein on
Hallo, voller Abscheu höre und lese ich immer wieder von Sexismus gegenüber Asiatinnen. Durch Eure Kommentare wurde für mich die Wirkung auf Euch, hier lebende Frauen asiatischer Herkunft lebendig - danke dafür. Daraus verstehe ich auch euren Kommentar gegenüber der Satire von Gerhard Polt. Meine Sicht und Wahrnehmung ist dabei etwas anders (ich: Mann, Jahrgang 64). Als diese Satire vor über 40 Jahren ausgestrahlt wurde war die Zeit, in der das "Heiratsgeschäft" mit Frauen aus Asien populär wurde. Ich erlebte diese Satire so, dass Gerhard Polt zunächst so begann, dass er indiskutable, aber gängige Klischees verwendete, um dann über "seinen Neuerwerb" wie über ein Stück Ware zu sprechen und sie 1:1 wie einen abgerichteten Hunde behandelt. Diese Menschenverachtung, das Sexistische und daneben allgemein Menschenverachtende lässt einem den Atem stocken, meiner Ansicht nach hat es diesem Teil der Gesellschaft die kleinbürgerliche, meschenverachtende Fratze in einem Spiegel gegenübergestellt. Mir, damals als Jugendlichem, gefror jedenfalls das Blut in den Adern. Beste Grüße.

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